Bauchkrämpfe bei Neugeborenen, was jetzt?

Dein Baby zieht die Beinchen an, windet sich und weint. Du hast gefüttert, gewickelt, gekuschelt und doch scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dein Baby unter Bauchkrämpfen leidet. Das klingt dramatisch, ist aber meist harmlos und vor allem: ganz normal.

Möchtest du wissen, was neugeborenen Bauchkrämpfe verursacht, wie du sie erkennst und was du tun kannst? Wir erklären dir alles Schritt für Schritt.

Was sind Bauchkrämpfe bei Neugeborenen?

Bauchkrämpfe bei Neugeborenen sind kleine, plötzliche Muskelkontraktionen im Bauch. Sie entstehen oft, weil das Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist. Der Darm muss lernen, Nahrung zu verarbeiten und das führt manchmal zu Unruhe im Bäuchlein.

Fast jedes Baby hat in den ersten Lebenswochen damit zu tun. Bauchkrämpfe neugeborenen treten meist ab dem dritten oder vierten Tag auf, mit einem Höhepunkt um die sechste Lebenswoche. Nach etwa drei bis vier Monaten verschwinden die Beschwerden meist wieder.

Warum bekommen Babys Bauchkrämpfe?

Die Hauptursache für Bauchkrämpfe bei Neugeborenen ist ein unreifes Verdauungssystem. Die Nahrung wird langsamer verarbeitet, es bildet sich Luft im Bauch und das verursacht Krämpfe. Weitere Auslöser können sein:

  • Luft im Bauch

Beim Trinken, ob gestillt oder mit der Flasche, schlucken Babys oft Luft. Diese sammelt sich im Darm und sorgt für Druck und Schmerzen. Vor allem wenn dein Baby unruhig trinkt oder viel schreit, kann das zu mehr Blähungen bei Neugeborenen führen.

  • Reize von außen

Ein vollgepackter Tag, viele Geräusche, grelles Licht, all das kann dein Baby überfordern. Der Körper reagiert darauf oft mit Spannungen, besonders im Bauchbereich. Ein geregelter Alltag mit Nähe und Ruhe hilft dann sehr.

  • (Kuhmilch-)Allergie

Einige Babys reagieren empfindlich auf Milcheiweiß, entweder aus der Flasche oder über die Muttermilch. Das kann sich in Form von Koliken beim Baby äußern, oft begleitet von Ekzemen, schlechtem Schlaf oder Schleim im Stuhl. Wenn du das vermutest, sprich mit dem Kinderarzt.

  • Ernährung

Ein zu voller Magen, unregelmäßige Fütterungen, eine zu schnelle Umstellung der Milch, all das kann neugeborenen Bauchschmerzen verstärken. Auch was du selbst isst (bei Stillbabys), kann sich auf das Baby auswirken. Ein Ernährungstagebuch kann helfen.

Wie erkenne ich, ob mein Neugeborenes Bauchkrämpfe hat?

Anzeichen für Überforderung oder Bauchschmerzen können sein:

  • Weinen während oder nach dem Stillen
  • Ein harter, gespannter Bauch
  • Anziehen, Strecken oder Strampeln der Beine
  • Geballte Fäustchen
  • Unruhe

Wind oder Stuhlgang beim Weinen

Was hilft bei Bauchkrämpfen bei Neugeborenen?

Dein Baby hat Bauchkrämpfe, das ist schwer mitanzusehen. Aber es gibt Dinge, die du tun kannst:

  • Bauchmassage: Mit warmen Händen, im Uhrzeigersinn sanft über das Bäuchlein streichen.
  • Beinbewegungen: Radfahrbewegungen können Luft im Bauch lösen.
  • Wärme: Ein warmes Kirschkernkissen oder feuchtes Tuch entspannt.
  • Tragen: Körperkontakt, auch mit Tragetuch, beruhigt, reguliert Atmung und Verdauung.

Was kann ich tun, um Bauchkrämpfe zu vermeiden?

Ganz verhindern lassen sie sich nicht, aber du kannst sie lindern:

1. In Ruhe füttern

Vermeide Stress beim Füttern. Eine entspannte Atmosphäre hilft deinem Baby, ruhiger zu trinken und weniger Luft zu schlucken.

2.Richtig aufstoßen lassen

Nach jeder Mahlzeit, und zwischendurch, sollte dein Baby gut aufstoßen.

3. Stilltechnik verbessern

Ein korrektes Anlegen verhindert das Schlucken von Luft. Bei Flaschenkindern hilft ein Anti-Kolik-Sauger.

4. Tagesrhythmus einhalten

Ein strukturierter Tag gibt Halt und reduziert Reizüberflutung.

5. Nahrungsumstellung langsam angehen

Wenn du die Milch oder Beikost wechselst, mach das Schritt für Schritt.

6. Eigene Ernährung überprüfen

Stillst du? Manche Babys reagieren auf bestimmte Lebensmittel. Notiere auffällige Reaktionen und sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Normalerweise sind Bauchkrämpfe bei Neugeborenen harmlos. Aber in diesen Fällen bitte unbedingt einen Arzt kontaktieren:

  • Dein Baby lässt sich nicht beruhigen, auch nach dem Füttern oder Tragen nicht
  • Der Bauch ist sehr hart oder aufgebläht
  • Anhaltendes Erbrechen oder Fieber
  • Blut oder Schleim im Stuhl

Du hast ein ungutes Gefühl, du kennst dein Baby am besten

Du bist nicht allein

Koliken beim Baby können dich an deine Grenzen bringen. Du tust alles, was du kannst – und trotzdem hat dein Kind Bauchschmerzen? Dann denk daran: Das geht vorüber. Diese Phase ist anstrengend, aber vorübergehend.

Und du musst da nicht allein durch. In unserer App findest du nicht nur Infos und Tipps, sondern auch ein Forum mit anderen Eltern. Lies mit, stell Fragen oder teile deine Geschichte. Es hilft schon zu wissen: anderen geht es genauso wie dir.

 

Hat dieser Artikel Ihnen geholfen?

Yes No

    Diesen Artikel teilen