Was tun bei Verschlucken oder Ersticken bei Kleinkindern?

Dein Kind kommt gerade aus der Kita oder Schule nach Hause. Während ihr fröhlich über den Tag sprecht, schnappt sich dein Kind ein Stück Apfel vom Küchentresen und steckt es in den Mund. Doch plötzlich hört es auf zu sprechen. Große Augen. Kleine Hände greifen an den Hals. Kein Ton. Keine Luft. Panik. Dein Kind hat sich an einem Apfelstück verschluckt, das nun in der Kehle festsitzt. Verschlucken oder Ersticken gehört zu den größten Ängsten von Eltern. Aber was ist eigentlich der Unterschied, und was musst du tun, wenn es wirklich ernst wird?

Verschlucken oder Ersticken, wo liegt der Unterschied?

Beim leichten Verschlucken befindet sich zwar etwas in der Kehle, aber die Atemwege sind nicht vollständig blockiert. Dein Kind hustet, atmet noch und gibt Laute von sich. Das ist gut! Husten hilft dabei, den Fremdkörper zu lösen. Beim Ersticken sind die Atemwege vollständig blockiert, man spricht auch von einer „schweren Atemwegsverlegung“. Dein Kind kann nicht mehr husten, weint nicht und bekommt keine Luft mehr. Diese Situation ist lebensbedrohlich.

Wie kann man Verschlucken oder Ersticken bei Kindern vorbeugen?

Schneide Lebensmittel in kleine Stücke, vor allem harte oder runde Dinge wie Weintrauben, Cocktailtomaten, Würstchen oder Möhren. Vermeide Nüsse und harte Bonbons bei kleinen Kindern. Achte darauf, dass Kinder nicht essen oder trinken, während sie lachen, rennen oder liegen.

 

Woran erkennst du Verschlucken oder Ersticken bei Kindern?

Bei einem leichten Verschlucken kann das Kind noch Laute von sich geben (sprechen, weinen, husten oder atmen). Bei einem Erstickungsanfall ist die Atemluft (fast) vollständig blockiert. Das Kind gerät möglicherweise in Panik, ist aber bei Bewusstsein. Es kann nicht antworten, nicht weinen, nicht sprechen, husten oder atmen. Manchmal ist ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen hörbar. Die Haut kann sich blau verfärben.

Was tun bei leichtem Verschlucken

Bleibe ruhig und lass dein Kind selbst husten. Klopfe nicht sofort auf den Rücken, solange es noch Geräusche macht oder atmet, das kann das Problem verschlimmern. Ermutige dein Kind zum Weiterhusten. Hole bei Bedarf Hilfe, aber beobachte es aufmerksam. Wenn die Atmung normal bleibt und das Husten effektiv ist, löst sich das Problem meist von selbst. Wende dich an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt, wenn das Husten anhält, es könnte noch etwas in den Atemwegen festsitzen.

 

Was tun bei einem Erstickungsanfall

Bleibe ruhig und rufe sofort um Hilfe, wenn dein Kind nicht mehr husten kann oder das Husten aufhört. Bitte eine andere Person, den Notruf 112 zu wählen. 

Bei einem Kind über einem Jahr kannst du versuchen, den Fremdkörper zu entfernen, indem du 5 kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter gibst. Stütze den Brustkorb mit einer Hand ab und beuge dein Kind leicht nach vorne. Mit der flachen Hand gibst du 5 kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter. Prüfe nach jedem Schlag, ob der Fremdkörper sich gelöst hat.

Wenn die Atemwege nach 5 Schlägen noch blockiert sind, fahre mit 5 Oberbauchkompressionen (Heimlich-Handgriff) fort. Bei kleineren Kindern ist es am einfachsten, wenn du dich hinkniest und das Kind vor dir stehen lässt, mit dem Rücken zu dir. Umschließe mit beiden Armen den Oberbauch, balle eine Faust und platziere sie zwischen Bauchnabel und unteren Rippen. Umfasse die Faust mit der anderen Hand und ziehe sie mit einer schnellen Bewegung nach hinten und oben. Wiederhole dies 5 Mal. Wechsle anschließend wieder zu 5 Rückenschlägen und führe beide Maßnahmen im Wechsel aus, bis sich der Fremdkörper löst oder professionelle Hilfe eintrifft. Nach einem Erstickungsanfall sollte das Kind in jedem Fall ärztlich untersucht werden.

 

 

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