Kinderwunsch mit 32: Was, wenn ich es noch nicht sicher weiß?

Ich bin 32 und seit einigen Jahren mit meinem Freund zusammen. Gemeinsam schauen wir nach vorne: was könnte der nächste Schritt in unserem Leben sein? Haus, Garten, Baby? Alles scheint sich langsam zu bewegen, aber tief in mir spüre ich eine gewisse Unruhe. Nicht, weil andere etwas von mir erwarten, sondern weil ich selbst immer öfter denke: Bin ich wirklich bereit dafür?

Gastblogger
Anne
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Perfekte Voraussetzungen für ein Baby und trotzdem Zweifel

Wir träumen von zwei Kindern, ein paar Jahre auseinander. Und irgendwo fühlt es sich nach dem richtigen Moment an: über den nächsten Schritt nachzudenken und auch die Tatsache, dass ich 32 bin. Aber ich weiß auch, dass es nicht immer von allein klappt. Vielleicht dauert es Jahre, bis es überhaupt funktioniert. Und trotzdem… manchmal sehe ich es schon ganz klar vor mir. Wir beide in einem schönen Zuhause, ein Kind spielt im Garten, der Hund rennt fröhlich umher. Dann spüre ich es ganz deutlich: Ja, das will ich. Mein innerer Wunsch wird laut.

Ich träume von einem Baby, aber auch von Freiheit

Und am nächsten Tag sitze ich mit einer Freundin draußen auf der Terrasse. Wein, Lachen, keine Verpflichtungen. Wir bestellen noch eine Flasche. Kein Plan, keine Verantwortung, einfach im Moment leben. Und dann denke ich: Aber das will ich auch. Freiheit. Spontanität.

„Meine biologische Uhr tickt. Aber ich möchte nichts überstürzen. Wenn ich diesen Schritt gehe, dann soll es sich richtig anfühlen."

Meine biologische Uhr tickt, aber Sicherheit spüre ich noch nicht

Dieser Wechsel macht es manchmal so schwierig. Einerseits sehne ich mich nach einer Familie. Andererseits liebe ich mein Leben genau so, wie es jetzt ist. Es ist auch ein herausfordernder Gedanke, ein Kapitel meines Lebens abzuschließen, von dem ich weiß, dass ich es so nie zurückbekomme. Ich weiß, dass es nie den perfekten Moment geben wird. Und ja, ich spüre hin und wieder den Druck der Zeit. Meine biologische Uhr tickt. Aber ich möchte nichts überstürzen. Wenn ich diesen Schritt gehe, dann soll es sich richtig anfühlen. Es muss aus mir selbst kommen. Nicht, weil es „jetzt an der Zeit ist“ oder weil ich Zeitdruck empfinde.

Ein Kind bekommen weil es sich richtig anfühlt, nicht weil man muss

Manchmal denke ich: Vielleicht bin ich ja bereit. Und dann kommt wieder so ein Abend, der mir zeigt, warum ich das Leben gerade so sehr genieße, wie es ist. Und vielleicht ist das auch einfach okay. Vielleicht darf ich darauf vertrauen, dass ich es spüren werde, wenn der richtige Moment da ist.
Also nein, ich weiß es noch nicht. Ich versuche, das Jetzt zu genießen. Und wenn eines Tages ein Kind in unser Leben tritt, dann nicht, weil ich Angst hatte, zu spät zu sein. Sondern weil es sich gut anfühlt. Weil es passt. Zu meinem Moment. Auf meine Weise.

Für alle, die ähnlich fühlen

Zweifel zu haben, wenn es um den Kinderwunsch geht, ist schwer – aber auch völlig normal. Ob du in meinem Alter bist, jünger oder älter: Ein Kinderwunsch ist nicht immer schwarz oder weiß. Vielleicht erkennst du dich wieder in dem Wunsch nach einer Familie und in der Liebe zu deinem jetzigen Leben. Was wirklich zählt, ist, dass du auf dich selbst hörst. Du musst keine Entscheidungen treffen, nur weil es jetzt angeblich der richtige Zeitpunkt ist oder weil dein Umfeld etwas von dir erwartet.
Ich spüre zum Glück keinen Druck von außen – nur den inneren. Aber falls du Druck von deinem Umfeld erlebst: Du darfst dir Zeit lassen. Du darfst auf dein Gefühl hören. Du darfst es auf deine Weise tun.

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