Putzmittel oder giftige Beeren gehören nicht in den Mund, aber wie erklärt man das einem Kleinkind? Eine Vergiftung kann unangenehme Auswirkungen und heftige Reaktionen hervorrufen, insbesondere bei jungen Kindern. Doch was ist zu tun, wenn dein Kind in einem unbeobachteten Moment doch etwas in den Mund steckt? Oder wenn plötzlich eine chemische oder ätzende Substanz auf die Haut gelangt? Mit diesen Tipps weißt du, was im Falle einer Vergiftung bei kleinen Kindern zu tun ist.
Häufige Vergiftungen bei kleinen Kindern
Jedes Jahr erleiden Tausende Kinder eine Vergiftung. Bei Babys und Kleinkindern passiert das oft aus Neugier, weil sie alles in den Mund nehmen. Medikamente auf dem Nachttisch oder in der Handtasche können leicht mit Bonbons verwechselt werden. Und Knopfbatterien sehen glänzend und interessant aus. Die meisten Vergiftungen passieren daher zu Hause – zum Beispiel durch Arzneimittel, Reinigungsmittel, Kosmetika oder Batterien.
Wie kann man Vergiftungen bei Babys und Kleinkindern vorbeugen?
Vorbeugen ist natürlich besser als heilen, besonders bei ernsten Situationen wie einer Vergiftung. Der Schrank unter der Spüle ist für ein Kleinkind leicht erreichbar. Deshalb sollten gefährliche Substanzen wie Reinigungsmittel immer hoch oben und verschlossen aufbewahrt werden, idealerweise mit einer Kindersicherung. Auch Medikamente sollten außer Reichweite und bestenfalls hinter einem Schloss aufbewahrt werden. Nenne sie deinem Kind gegenüber niemals „Bonbons“ oder etwas anderes, das die Einnahme harmlos erscheinen lässt. Wenn du schon dabei bist… Im Haushalt liegt oft vieles auf Krabbelhöhe herum. Vielleicht lohnt sich ein Kontrollgang auf allen Vieren? Überprüfe auch deine Zimmerpflanzen, sind sie vielleicht giftig? Auch im eigenen Garten können Gefahren lauern. Manche Pflanzen und Pilze sind giftig, selbst in kleinen Mengen. Dazu zählen unter anderem Eibe, Fingerhut, Goldregen oder der bekannte Fliegenpilz. Was schön aussieht, ist nicht immer harmlos.
Welche Auswirkungen kann eine Vergiftung bei kleinen Kindern haben?
Die Auswirkungen einer Vergiftung sind unterschiedlich und hängen von der Substanz, der Menge und der Dauer der Exposition ab. Die Symptome reichen von eher harmlosen Beschwerden wie Juckreiz, trockenem Mund, Schmerzen oder Bauchweh bis hin zu schwerwiegenden Symptomen wie Erbrechen, Verwirrung, Atemproblemen und Bewusstlosigkeit. Häufig entsteht ein brennendes Gefühl an der Stelle, an der die Substanz mit dem Körper in Kontakt kam. Sei aufmerksam bei plötzlichen Verhaltensänderungen und achte auf Mund, Rachen, Magen, Atmung, Haut, Augen und das Bewusstsein deines Kindes.
Was tun bei einer Vergiftung bei kleinen Kindern?
Ist dein Kind mit einer stark giftigen Substanz (auch in kleinen Mengen) in Kontakt gekommen, achte auch darauf, dich selbst nicht zu gefährden. Handle schnell und vorsichtig. Wähle sofort den Notruf bei Einnahme oder Einatmen einer Substanz sowie bei Erbrechen, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit. Befolge die Anweisungen der Notrufzentrale genau und nimm die Verpackung der Substanz mit. Besonders bei kleinen Kindern kann eine Vergiftung schon nach wenigen Minuten schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, auch im Zweifelsfall medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, über die Hausärztin/den Hausarzt oder den ärztlichen Notdienst. Hat dein Kind eine Knopfbatterie verschluckt oder besteht ein starker Verdacht darauf, rufe ebenfalls den Notruf und folge den Anweisungen der Leitstelle.
Wenn dein Kind nur eine giftige Substanz in den Mund genommen hat, versuche, es diese selbst ausspucken zu lassen. Bleib ruhig. Spüle den Mund aus und lasse das Wasser ausspucken. Finde heraus, was eingenommen wurde und rufe die Hausärztin/den Hausarzt oder den Notdienst. Gib nichts zu essen oder zu trinken, ohne ärztliche Rücksprache.
Eine Vergiftung kann auch auf andere Weise entstehen, zum Beispiel durch eine chemische Substanz auf der Haut oder das Einatmen eines aggressiven Reinigungsmittels. Versuche in solchen Fällen schnellstmöglich, dein Kind vor weiterer Belastung zu schützen, und auch dich selbst nicht zu gefährden. Finde heraus, um welche Substanz es sich handelt, befolge eventuelle Anweisungen auf der Verpackung, entferne kontaminierte Kleidung und lege sie in einen geschlossenen Beutel. Ist die Substanz auf die Haut oder ins Auge gelangt, spüle die betroffene Stelle sofort mit lauwarmem Wasser (mindestens 10 Minuten) und rufe deine Hausärztin/deinen Hausarzt oder den Notdienst an. Wenn du selbst mit der Substanz in Kontakt gekommen bist, spüle auch deine eigene Haut gründlich.

