Jede Mutter, jeder Vater kennt es: Dein Kind kommt weinend angelaufen mit einer Schürfwunde, und du greifst instinktiv zum Pflaster. Aber warum hält es nie richtig? Und warum fließen beim Abziehen manchmal mehr Tränen als wegen der Wunde selbst? Zum Glück gibt es clevere Pflaster-Tipps von Erste-Hilfe-Expertinnen und -Experten, die dir den Alltag ein kleines Stück leichter machen.
Warum klebt man eigentlich ein Pflaster?
Hautwunden solltest du abdecken, um leichte Blutungen zu stillen, die Wunde vor Schmutz zu schützen und eine optimale Heilung zu unterstützen. Kleine Wunden kannst du mit einem Pflaster (offiziell ein „Verband mit Wundauflage“) abdecken. In der Mitte befindet sich ein Wundkissen, das das Blut aufnimmt und gleichzeitig Schmutz abhält. Ein Pflaster wirkt am besten, wenn es gut haftet und die Wunde vollständig bedeckt. Manchmal musst du ein Pflaster in Form schneiden, damit es besser sitzt und angenehmer zu tragen ist.
Kinder sind ständig in Bewegung, schwitzen viel und haben oft eine weiche, empfindliche Haut. Deshalb lösen sich Pflaster manchmal, besonders an Knien, Ellenbogen oder Fingern. Zudem haften manche Pflaster schlechter auf feuchter oder fettiger Haut. Es gibt viele verschiedene Pflasterarten. Für Kleinkinder kannst du hautfreundliche oder hypoallergene Pflaster in Betracht ziehen.
Was solltest du tun, bevor du ein Pflaster klebst?
Wasche dir zuerst gründlich die Hände. Spüle die Wunde mit lauwarmem Leitungswasser aus. Tupfe danach die Haut rund um die Wunde mit einem sauberen Tuch trocken. Wärm das Pflaster kurz zwischen deinen Händen an, so haftet es besser. Runde scharfe Kanten mit einer Schere ab, damit sie sich nicht so leicht lösen. Wechsle das Pflaster nach einem Tag oder wenn es feucht oder verschmutzt ist.
Schwierige Stellen? Klug schneiden!
Erste-Hilfe-Fachleute nutzen oft ein großes Pflaster, das sie passend zuschneiden. Für Knie oder Ellenbogen kannst du die Enden kreuzförmig einschneiden, damit das Pflaster sich der Bewegung anpasst. Kleine Wunden? Schneide schmale Streifen, die besser auf kleine Kinderhände oder Zehen passen.

Um den Finger
Klebe die Enden des Pflasters nicht aufeinander, sonst wird es zu eng und kann die Blutzufuhr abschnüren.

Über die Nase
Schneide die Seiten schräg (oben schmaler). Klebe das Pflaster nicht zu nah an die Augen.

Über die Fingerspitze
Schneide auf jeder Seite zwei kleine Dreiecke heraus. Klebe das Pflaster nicht zu tief, damit die Fingerspitze beweglich bleibt.

Auf den Daumenballen
Schneide auf jeder Seite ein kleines Dreieck aus, damit das Daumengelenk beweglich bleibt.

Zwischen den Fingern
Schneide auf jeder Seite einen halben Kreis heraus, damit das Pflaster zwischen den Fingern genug Platz hat.
Wann kein Pflaster?
Größere Hautwunden solltest du besser nicht mit einem Pflaster abdecken. Verwende bei großflächigen Schürfwunden z. B. eine nicht haftende Kompresse mit einer Gel- oder Polyethylenbeschichtung, die nicht an der Wunde klebt. Fixiere die Kompresse mit ein paar Streifen Heftpflaster. Ist die Wunde sehr tief oder blutet stark? Drücke sie fest mit einem sauberen Tuch ab und kontaktiere deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, oder wähle in einem Notfall die 112.

