Ein unerwarteter Wespenstich oder ein Zeckenbiss nach einem Tag in der Natur, Insektenstiche kommen im Sommer häufig vor, besonders bei kleinen Kindern. Und rund um dieses Thema gibt es viele Mythen. Soll man das Gift nun aussaugen oder nicht? Und soll man die Zecke mit einer Drehung entfernen? Mit diesen Tipps weißt du, wie du im Ernstfall richtig handelst, und wie du einen Stich oder Biss vermeiden kannst.
Wie kann man Insektenstiche vermeiden?
Vorbeugen ist natürlich besser als heilen, und manchmal einfacher als gedacht. Ein Moskitonetz ist zum Beispiel immer noch eine der besten Möglichkeiten, Mücken beim Schlafen fernzuhalten. Keine Lust auf Wespenbesuch? Dann verzichte auf Parfum und süß duftende Pflegeprodukte für dein Kind. Auch Süßigkeiten, Fleisch und Fisch solltest du möglichst nicht draußen stehen lassen, sie ziehen ebenfalls Wespen an. Meide stehendes Wasser und blühende Sträucher, und benutze bei Bedarf ein insektenabweisendes Spray, das für Kinder geeignet ist.
Wie schützt du dein Kind vor einem Zeckenbiss?
Ein Zeckenbiss geht schneller, als man denkt. In Deutschland werden jedes Jahr unzählige Menschen von Zecken gebissen, sie können unter anderem Borreliose übertragen. Du kannst dein Kind schützen, indem du ihm hohe Socken sowie helle und bedeckende Kleidung anziehst. So hat es die Zecke schwerer, sich festzusetzen, und du kannst sie schneller entdecken. Es hilft auch, auf den Wegen zu bleiben und hohes Gras oder Gebüsch zu meiden. Trotzdem gilt: gründlich kontrollieren, vor allem an warmen Körperstellen wie Leisten, Kniekehlen, Po und Achseln. Auch DEET hilft gegen Zecken, darf aber nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden. Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren sollte das Produkt maximal 30 % DEET enthalten.
Dein Kind wurde von einer Zecke gebissen? Das ist zu tun
Kinder sind besonders anfällig für Zeckenbisse, weil sie oft gar nicht bemerken, dass sie gebissen wurden. Hat sich eine Zecke festgebissen? Dann entferne sie so schnell wie möglich, je früher, desto geringer ist das Risiko einer Borrelieninfektion. Hast du eine spezielle Zeckenpinzette oder -karte zur Hand? Dann folge der Anleitung. Wenn du eine normale Pinzette nutzt, setze sie so nah wie möglich an der Haut an und ziehe die Zecke mit ruhiger Bewegung gerade heraus. Nicht drehen, es sei denn, die Anleitung sagt etwas anderes. Danach die Stelle gut reinigen und ein Foto davon machen, damit du später vergleichen kannst. Wende dich an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt, wenn Beschwerden auftreten oder die Zecke bereits länger als 24 Stunden gesessen hat.
Erste Hilfe bei einem Stich von Wespe, Hornisse oder Biene
Stiche von Wespen, Hornissen oder Bienen tun richtig weh. Wenn dein Kind gestochen wird, ist der Schreck oft groß, bleib ruhig und leiste die richtige Hilfe. Das Gift auszusaugen bringt nichts, es wurde längst vom Körper aufgenommen, und du würdest die Haut nur zusätzlich verletzen. Besser ist es, die Stelle mit Eiswürfeln oder einem Kühlpad zu kühlen. Wickel dafür ein Tuch um das Eis oder den Kühlpad und kühle die Stichstelle etwa 10 Minuten lang. Wenn der Juckreiz zu stark wird, kannst du in der Apotheke nach einem kindgerechten Mittel fragen.
Die Schmerzen verschwinden meist nach ein paar Stunden. Ist der Stachel noch zu sehen? Dann vorsichtig mit dem Fingernagel oder der stumpfen Seite eines Messers herauskratzen. Wurde dein Kind im Mund- oder Rachenraum gestochen? Dann ruf sofort den Notruf (112) und lass dein Kind auf einem Eiswürfel lutschen, um die Schwellung zu verringern.
Dein Kind zeigt eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich, was tun?
In den meisten Fällen sind Stiche harmlos und führen nur zu kurzfristigen Beschwerden. Doch manche Kinder können eine allergische Reaktion entwickeln. Am häufigsten tritt eine milde Reaktion auf: Die Haut rund um die Einstichstelle wird rot, es kommt zu Schwellung und/oder Juckreiz. Die betroffene Stelle kann recht groß werden, manchmal größer als 10 Zentimeter. Bei dunkler Haut kann die Stelle dunkler als der Rest der Haut erscheinen. Es kann schmerzen oder stark jucken, aber meist vergeht es von selbst. Treten jedoch schwerwiegendere Symptome auf, wie starke Atemnot, Benommenheit oder allgemeines Unwohlsein, rufe sofort 112.

